Kalter Social Media-Entzug: Fünf Tage leben ohne Facebook – geht das?

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Kalter Social Media-Entzug: Fünf Tage leben ohne Facebook – geht das?

Wie wärs mal mit Social Media-Fasten statt Brigitte-Diät? Natürlich – Facebook, Instagram und Co. sind tolle Medien, um up to date zu sein oder mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Aber für immer mehr Zeitgenossen wird das Digital Native-Dasein zur Sucht. Fünf Follower weniger als gestern grenzen bei manchem schon an einer Katastrophe! Diesem Phänomen entsprechend stellten sich Forscher aus Australien die Frage: Was passiert eigentlich, wenn wir Facebook-Usern den Zugang zur Online-Welt entziehen?

Digitale Social Media-Sucht: Reduzierte Stresslevel durch Facebook-Fasten!

Um eine Antwort zu finden, akquirierten Vanman et al. (2018) 138 aktive Facebook-Nutzer. Während sich die eine Hälfte als Kontrollgruppe zur Verfügung stellte und sich wie gewohnt auf Facebook bewegte, wurde die andere Gruppe für 5 Tage auf „kalten“ Entzug gesetzt. Trotz diesem sehr kurzen Zeitraum kam es interessanterweise zu signifikanten Ergebnissen: Auf der einen Seite führte das „Facebook-Fasten“ zu einem reduzierten Cortisol-Level, d.h. die Probanden waren deutlich weniger gestresst. Auf der anderen Seite berichteten die Probanden von einem verminderten Wohlbefinden. Alle waren froh, nach Ende der Studie wieder ihren Facebook-Status checken zu können! Stellt sich nun die Frage: Machen 5 Tage Facebook-Entzug Sinn oder nicht!

Im ersten Moment mag es widersprüchlich erscheinen, dass die Cortisol-Level sinken, das Wohlbefinden der Probanden sich aber verschlechtert. Möglicherweise profitiert Well-Being nicht direkt vom Facebook-Fasten-Effekt, sondern verzögert. Sprich: Hat man sich erst einmal an das Ausbleiben der Social-Media-Interaktionen gewöhnt, könnte das Wohlbefinden über Ausgangsniveau steigen! Längere Untersuchungszeiträume sollten in Zukunft hierüber Aufschluss geben. Aber auch der kurzfristige Entzug könnte zum generellen Wohlbefinden beitragen: Denn, obwohl die Probanden glücklich waren, nach 5 Tagen wieder facebooken zu dürfen, könnte die kurzzeitige Abstinenz zu einem bewussteren Social Media-Konsum beitragen.

Digitales Fasten: Weniger Social Media gleich mehr Wohlbefinden?

Unser Fazit: Gelegentliches, intermittierendes Social Media-Fasten könnte nicht nur unser Wohlbefinden, sondern auch unsere Gesundheit stärken. Auch wenn sich das Experiment kurzfristig negativ auswirkte, könnten Digitaljunkies mittelfristig stark davon profitieren. Und wenn Du es genau wissen willst: Probiere es doch einfach mal aus!

Vanman, E., Baker, R., & Tobin, S. (2018). The burden of online friends: the effects of giving up Facebook on stress and well-being. The Journal of social psychology, (just-accepted).


2018-04-11T12:43:00+00:0011.04.2018|Medizin|0 Kommentare

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