No Train, No Brain: Gehirnvolumen abhängig von der körperlichen Fitness!

//No Train, No Brain: Gehirnvolumen abhängig von der körperlichen Fitness!

No Train, No Brain: Gehirnvolumen abhängig von der körperlichen Fitness!

Wer bislang dachte, dass sich körperliche und geistige Fitness völlig unabhängig voneinander entwickeln, liegt weit daneben. Dass Bewegung die Denkleistung sowohl akut als auch chronisch steigert, ist seit langem bekannt (Huang et al., 2014). Der tatsächliche Zusammenhang zwischen Sport und Gehirn geht aber weit darüber hinaus. Denn wie eine hochaktuelle Studie zum ersten Mal zeigen konnte, weisen Kinder, die regelmäßig körperlich aktiv sind, eine signifikant größere Masse an grauer Gehirnsubstanz auf!

Kleines Update: Bei der grauen Substanz handelt es sich um den Anteil an Nervenzellkörpern im Gehirn. Farblich unterscheidet sich davon die weiße Substanz, die die Nervenleitbahnen beinhaltet (Siehe Abb. 1). Eine Vergrößerung der grauen Substanz bedeutet folglich, dass nicht nur die Weiterleitung von Reizen über das Nervensystem verbessert wird, sondern es zu einer signifikanten Vermehrung von Zellkörpern kommt, von denen die Nervenleitbahnen ausgehen!

Abb. 1: Graue und weiße Substanz

Fitness meets Kognition: Schreiben fitte Kinder bessere Noten?

Esteban-Cornejo et al. (2017) schreiben der Verbesserung der aeroben Kapazität im Kindesalter das größte Potential in der Entwicklung von grauer Substanz zu. Ihre Forschung demonstriert, dass diese beiden Faktoren am stärksten miteinander korrelieren. Nicht nur ausdauernde Kinder, sondern auch jene mit guten motorischen und koordinativen Fähigkeiten hatten ein nachweislich größeres Volumen an grauer Substanz. Kinder, die anderen in puncto Muskelkraft überlegen waren, wiesen hingegen kein überdurchschnittlich größeres Volumen an grauer Substanz auf. Diese Studie, die 101 Kinder zwischen 8-11 Jahren einschloss, brachte ein bemerkenswertes Ergebnis zu Tage: Die physische Fitness von Kindern steht in direkter Verbindung zu Gehirnstrukturen, die sich in der akademischen Leistung der Kinder widerspiegeln. Aber woher kommt dieser Zusammenhang?

Nun, eine Vergrößerung der grauen Substanz durch aerobes Training wirkt sich auf verschiedene Gehirnregionen positiv aus, wie z.B. am motorischen Cortex und am Hippocampus. Diese Areale sind nicht nur für die kontrollierte Ausführung von Bewegungen wichtig, sondern spielen auch für das Lernen sowie für visuelle Prozesse eine große Rolle. Auf den Punkt gebracht: Training für den Körper ist auch Training für die Entwicklung des Geistes. Insbesondere Kinder sollten also unbedingt viel Sport treiben bzw. sich anderweitig bewegen, da das Gehirnwachstum spätestens im Alter von 20 Jahren abgeschlossen ist. Stattdessen aber werden viele Kinder heute frühzeitig rund um die Uhr an den Stuhl gefesselt – vielleicht der Grund dafür, warum erstmals in der Menschheitsgeschichte das Hirnvolumen des Homo sapiens sinkt?

2018-02-18T20:46:25+00:0016.02.2018|Medizin|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Andreas Petko 19. Februar 2018 um 18:29 Uhr - Antworten

    Ja, eine Sache, die wir Sportwissenschaftler immer vor Augen haben sollten…unbedingt teilen und weitergeben.

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