Training – das Antidepressivum der Zukunft!

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Training – das Antidepressivum der Zukunft!

Sport macht glücklich – eine These, die viele Sportler und Trainierende blind unterschreiben würden. Als Miesepeter zum Training, als Strahlemann nach Hause. Funktioniert das wirklich? Wie man seit längerem sowohl in der Forschung wie auch auf Erfahrungsebene weiß, sorgt körperliche Aktivität verstärkt für die Bildung von Glückshormonen, die in unserem Gehirn bestimmte Areale aktivieren, die die schlechte Laune vertreiben. Wie eine aktuelle Studie nun zeigt, geht die auch als „Runners High“ bekannte Wirkung von Bewegung auf bestimmte Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin oder Oxytozin allerdings weit über ein kurzzeitiges Glücksempfinden hinaus. Denn: Nur eine einzige Stunde Sport pro Woche führt zu ähnlich positiven Effekten wie ein Antidepressivum!

33.908 Norweger belegen: Sport schützt vor Depressionen!

Gestützt wird diese These durch eine 11-jährige Follow-Up-Studie von Harvey et al. (2017), die insgesamt 33.908 norwegische Erwachsene untersuchten. Einschlusskriterium war, dass die Probanden zu Beginn der Studie keine psychischen Beschwerden aufweisen. Untersucht wurden Trainingsumfang und -intensität, Anzeichen von Depression oder Angst und diverse medizinische Faktoren. Im Laufe der 11-jährigen Untersuchung wurden die Probanden mehrfach befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Probanden, die zu Beginn der Studie keinerlei sportliche Aktivität ausübten, mit einer um 44% erhöhten Wahrscheinlichkeit Depressionen entwickelten als jene, die wöchentlich 1-2 Stunden Sport trieben. Nur durch eine einzige Stunde Sport pro Woche hätten 12% aller Depressionsfälle verhindert werden können! Auf die Frage nach der Ursache für diese beeindruckende antidepressive Wirkung von Bewegung reagierten die Forscher etwas zurückhaltend: Vermutlich würden die verschiedenen physischen (z.B. Ausschüttung von Hormonen) und sozialen Vorteile (z.B. soziale Inklusion durch gemeinsame Aktivitäten) von sportlicher Aktivität synergistisch zusammenwirken, so die Forscher. Dass man mit Sport Depressionen erfolgreich vermeiden kann, wird seit langem vermutet. Neu ist, dass Wissenschaftler das Potential von körperlicher Aktivität zur Prävention von Depressionen erstmals genau messen konnten.

Die Erkenntnis, dass bereits eine Stunde Sport pro Woche 12% der Depressionen verhindert, spricht Bände. Im Hinblick auf ein glückliches Leben ohne depressive Phasen können wir jedem nur wärmstens empfehlen, sich mindestens eine Stunde Zeit für Training (welche Form auch immer) freizuschaufeln. Laut Harvey et al. spielt es nämlich keine Rolle, wie intensiv das Training ist – Hauptsache Bewegung!


Quellen:

Harvey, S.B., Overland, S., Hatch, S.L. et al. (2017). Exercise and the Prevention of Depression: Results of the HUNT Cohort Study. American Journal of Psychiatry.

 

2017-10-11T11:42:34+00:00 10.10.2017|Medizin|0 Kommentare

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